|
Bedingt durch die rasante Weiterentwicklung noch leistungsfähigerer CAD-Software, holt uns mindestens alle drei bis vier Jahre die Notwendigkeit neuer CAD-Hardware ein. Neben der Wahl des Hauptprozessors (CPU), des Arbeitsspeichers (RAM) und des Datenbusses, dessen Komponenten beim Kauf immer auf dem neuesten Stand sein sollten, spielt in einem gut funktionierenden CAD-System die Grafikkarte die mit wichtigste Rolle.
Meist orientieren wir uns preislich an Discount-Prospekten, die wir wöchentlich in unseren Briefkästen vorfinden und bewerten hierbei hauptsächlich die Speicherkapazitäten. Ein Komplettsystem mit einer Grafikkarte von 256 MB RAM, im Prospekt farbig mit riesen Lettern dargestellt, verrät uns den aktuellen Marktwert eines Computers. So gehen wir beim Kauf in der Annahme, ein leistungsfähiges Computersystem auf aktuellem Stand, viel preisgünstiger als im Fachhandel erworben zu haben. Vom Grafik-Prozessor wird hier jedoch meist nur das Fabrikat erwähnt. Auch wird nicht erwähnt, dass der Arbeitsspeicher nicht die für CAD (Computer Aided Design) empfohlene ECC-Erweiterung (Error Correction Code; Fehlerkorrekturcode) aufweist.
Spätestens beim Berechnen verdeckter Kanten, beim Schattieren, Rendern oder der Nutzung vielfältiger visueller Stile aus AutoCAD fällt uns auf, dass das Regenerieren einer oder mehrerer Ansichten sehr lange dauert, der Echtzeit-Orbit ziemlich stockt oder das System komplett abstürzt. Die Prozessorenleistung wurde doch großzügig gewählt. Auch an Speicherkapazität musste man aufgrund des immer günstigeren Preises nicht sparen. Der Infarkt wurde jedoch im "Flaschenhals" Grafikprozess verursacht. Ich habe doch beim Kauf extra auf das Nvidia- oder ATI Technologies-Logo im Prospekt geachtet. Mir wurde nämlich im Fachhandel mitgeteilt, dass diese beiden Hersteller die besten Grafikprozessoren bauen und deshalb die Marktherrschaft weitestgehend unter sich ausmachen. Nun sollte uns natürlich bewusst werden, dass die Unterschiede von Grafikprozessoren eines Herstellers ähnlich sind, wie vergleichsweise in der Automobil-Branche. Eine Marke stellt auch hier vom preisgünstigen Kleinwagen bis zur Luxuskarosse eine stufenlose Auswahl vor. So bietet z.B. auch Nvidia oder ATI Technologies Grafikchips in einer Preisklasse von 30 bis weit über 3000 Euro an. Allerdings muss man zum erzielen der bestmöglichen Leistung nicht die teuerste Grafikkarte kaufen. Zu jeder CAD-Software wird meist eine Palette passender Grafik-Hardware empfohlen, welche die benötigten Voraussetzungen der Software erfüllt. Autodesk hat dafür geeignete Grafikkarten diverser Hersteller getestet und für AutoCAD zertifiziert. Auf der Autodesk Website steht Ihnen ein gut verständliches Onlinetool in englischer Sprache zur Auswahl von zertifizierten Grafiksystemen zur Verfügung. Natürlich sind, wie in allen anderen Bereichen, die Meinungen der Experten bezüglich Typen und Fabrikate sehr unterschiedlich. Meine Entscheidung für den Einsatz von AutoCAD MEP würde derzeit auf die Workstation xw4600 von HP, als Dual- oder Quad-Core-System mit 2-4 GB ECC-RAM fallen und eine Grafikkarte Quadro FX1700 von nVidia. Diese Komponenten sind als Einheit zertifiziert und bereits für ca. 1700 Euro zu haben. Vor allen Dingen ist der laufende Betrieb dieser sehr leistungsfähigen Workstation kaum mit den Ohren wahrnehmbar. |